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Aus "Lulu" von Willi Schmidt, mit Frauke Oberländer in der Titelrolle (Foto: Rasmus Wenzel)


Aktuelles:

Hotel zur langen Dämmerung - eine Jugend auf dem Dorf der 80er Jahre - Theaterstück von Willi Schmidt, mit Live-Musik

Allmählich rücken die Aufführungen der Neuinszenierung von "Hotel zur langen Dämmerung" näher. Der erste Durchlauf im Theater hat stattgefunden, das Bühnenbild wurde ausprobiert, neue Räume und Spielmöglichkeiten entwickelt. Neben einigen Mitwirkenden vom "Affenfelsen" sind auch zwei neue Schauspielerinnen dabei sowie Feli Heckner für die Regie-Mitarbeit - und natürlich auch wieder Anita Naumann und Gangolf Seitz für die Live-Musik.

Die Aufführungen: 3., 4., 8., 9., 10. März, jeweils 20 Uhr, Waggonhalle Marburg, Rudolf-Bultmannstr. 2a, Karten: www.waggonhalle.de  Außerdem gibt es wieder besonders günstige Gruppenkarten ab 5 Personen, Infos: post@grundblick.de


Im Theaterstück von Willi Schmidt erzählt Jochen als Rückblick die Geschichte einer Clique junger Leute auf dem Dorf Anfang der 1980er Jahre. Philosophie und Politik, die Suche nach alternativen Lebensformen in deutlicher Abgrenzung zu den althergebrachten Strukturen des Dorfes sind ihre bestimmenden Themen. Erzählt werden aber auch die Liebesgeschichten, die sich entwickeln, mit all der Vielfalt und den Widersprüchen zwischen persönlichem Anspruch und Wirklichkeit. Kann man lieben, ohne sich zu besitzen? Lässt sich Eifersucht überwinden? Ein Raum als Treffpunkt ist von der Clique geschaffen worden, „Teestube“ genannt, wo man sich selbstbestimmt ausprobieren will. Das geht einigen Dorfhonorationen zu weit, und so wird die „Teestube“ wieder geschlossen. Im Sommer trifft man sich im Haus von Eltern, die verreist sind, im „Hotel zur langen Dämmerung“. Dort lebt, liebt und streitet man, Konflikte spitzen sich zu, die persönlichen wie die allgemeinen, eng miteinander verknüpft sind sie ohnehin…


Hintergrund:

Gerne werden die 80er Jahre – wie auch andere Jahrzehnte des vergangenen Jahrhunderts – in den Kultstatus erhoben. Man schwelgt in Nostalgie, verbindet die Zeit mit Dirty Dancing, Neue Deutsche Welle oder Zauberwürfel. „Hotel zur langen Dämmerung“ hingegen erzählt von ganz anderen 80ern: Protest gegen die NATO-Nachrüstung, Auseinandersetzung um die Startbahn West bei Frankfurt, Hüttendörfer gegen geplante Atomkraftwerke. Aber auch von der ganz persönlichen Suche von jungen Leuten nach neuen Lebensformen; gegen die etablierten Dorfstrukturen von Vereinen, Kirche, Bräuche; gegen festgefahrene Beziehungsformen. Mit all den Widersprüchen von Anspruch und Wirklichkeit. Privates ist politisch und umgekehrt. Das war nicht neu, war ein Slogan der 68er, genau wie der Protest gegen das Etablierte. Aber zu Beginn der 80er, der Zeit also in der das Stück spielt, wuchsen daraus große soziale Bewegungen, die nahezu alle Bevölkerungsgruppen erreichten und allmählich das Land grundlegend veränderten. In der alternativ-politischen Bewegung dieser Zeit wurde der marktverherrlichte Kapitalismus des Westens genauso abgelehnt wie der Pseudosozialismus des Ostens und stattdessen nach Formen ökonomischer Selbstverwaltung gesucht. Es wurde außerdem ein Politikverständnis in Frage gestellt, welches sich in der rationalen Analyse erschöpfte. Man beschäftigte sich mit Mystik, Religion, indianischer Kultur, Philosophie und so wird auch in dem Stück eine Reise nach Taize beschrieben. Damals ein Ort, wo junge Leute aus ganz Europa hinreisten, um in dem dortigen überkonfessionellen Kloster über den Sinn des Lebens zu sprechen, zu denken und zu meditieren. Ein anderes beherrschendes Thema war – ähnlich wie heute – der Rechtsradikalismus, das Aufleben des Nazi-Ungeistes. In unseren Dörfern wurden Hakenkreuze auf Häuser geschmiert, in denen Wohngemeinschaften lebten; Menschen, die als unangepasst, undeutsch, kommunistisch galten wurden beschimpft und bedroht. Und auch beim Kern der Bewegungen dieser Zeit – der Ökologie-Bewegung – ist der Gegenwarts-Bezug mit der „Fridays-For-Future“-Bewegung offensichtlich.



Der Ruf der Kraniche

Für ein anderes neues Projekt von Theater im Grund in Kooperation mit der Waggonhalle, dem neusten Stück von Willi Schmidt "Der Ruf der Kraniche", inszeniert von der Gießener Regisseurin Jana Ibold (bekannt als Regisseurin des letztjährigen Waggonhallen-Musicals "Jekyll & Hyde") sind Aufführungen im Juni und Juli in der Waggonhalle geplant. Hier ist demnächst Probenbeginn, das Team um die Regiseurin Jana Ibold steht.



Aus "Nachtgesang", Tabea Eschenbrenner und Willi Schmidt, Foto: Gerd Sycha







(Aus "Der Affenfelsen")


Aus "Das Wechselbalg" von Willi Schmidt, mit Corinna Kilger (Foto: Gerd Sycha)

Liebe Theaterinteressierte,

im Laufe der letzten Jahre haben wir in Kooperation mit dem Kulturzentrum Waggonhalle Theaterstücke entwickelt, die mit Formen des modernen Theaters Themen aus der Region behandeln und sich mit Dorf- und Stadtgeschichte beschäftigen.

So ist anspruchsvolles Volkstheater entstanden, bei dem das Publikum unterhalten wird, aber auch berührt und nachdenklich gemacht. Gespräche und Anregungen folgen daraus. Die Geschichten sind eine Mischung aus Recherche und künstlerischer Erfindung, die in Zusammenarbeit mit Schauspielern und Regisseur zum konkreten Theaterstück werden. Bei der Trilogie „In die neue Welt“ gehörte auch eine umfangreiche Zusammenarbeit mit Trachtengruppen und Chören dazu, was diese Stücke zu eher einmaligen Ereignissen machte, was eine Wiederaufnahme für ein Gastspiel erschwert.

Wir sind aber offen, die so entstandenen Texte und Ideen für Neuinszenierungen oder auch theaterpädagogische Projekte wieder neu zu beleben. Wenn es Interesse gibt, darüber näheres zu erfahren, nehmen Sie einfach mit uns Kontakt auf.

Darüber hinaus sind aber auch Theaterstücke entstanden, die wir aktuell auf Gastspiel-Basis anbieten können. Das sind derzeit "Nachtgesang", ein poetisches Stück über die Liebe und den Tod; "Festhalten was nicht festzuhalten ist" - ein Theaterstück mit Gedichten, nach dem gleichnamigen Buch von Willi Schmidt; "Nachspielzeit", nach einer Kurzgeschichte von Willi Schmidt; "Hotel zur langen Dämmerung" - eine Jugend in den 1980er Jahren, Theater mit Live-Musik; „Offm Eschbann“, ein Erzählstück mit Dorfgeschichten in oberhessischem „Platt“ (welches aber auch für Nicht-Einheimische verständlich ist), “Wilhelm und Katarina”, ein stiller Stück über verschrobene, eigenwillige Welt zweier Außenseiter und „Schlaf der Geige“, ein Theaterstück welches sich in regionalem Bezug mit der Ermordung von psychisch Kranken und Behinderten durch die Nationalsozialisten beschäftigt (verbunden mit einer Ausstellung zum Thema). Näheres über diese Produktionen entnehmen Sie der nebenstehenden Übersicht „Theaterproduktionen“.

Kontakt: Willi Schmidt, Holzhäuser Str. 17, 35085 Ebsdorfergrund, Tel. 06424/929240, mail: post@grundblick.de


Im September nochmal auf dem Spielplan und dann auch als Filmversion:

Waggonhallen-Produktion Nr. 33: 

Nachtgesang

- Eine Theater-Fantasie von Willi Schmidt 

Mo. 9.9.2019, jeweils 20 Uhr. Waggonhalle Marburg, Rudolf-Bultmannstr. 2a

Karten: www.waggonhalle.de. Günstige Gruppenkarten ab 5 Personen über post@grundblick.de

 

"Du lagst in tiefster Todesnacht.

Du sahst die Welt entrinnen."

In der Stille der Nacht, wenn die Klänge des Tages verklungen sind, wird Tieferes lebendig. Träume, Erinnerungen, verborgene Gefühle gelangen an die Oberfläche. Zeit steht still. Die Gesänge der Nacht sind zu hören. Wesentliches. Poesie.

Franz ist Komponist, oder war es. Denn momentan liegt er in einer Reha-Einrichtung für psychisch Erkrankte. Franz hat den Sinn seines Lebens verloren.

In dieser Klink leistet Marlene ihre Sozialstunden ab, auch sie, liegt "in Todesnacht".

Diese beiden verlorenen Seelen treffen sich und werden langsam zu Freunden. In einem abgelegenen Boot an der Ostseeküste erzählen sie sich von ihrem bisherigen Leben und dem Sinn ihres Lebens, der ihnen beiden entrissen wurde. Sophie und Tim.

Angst, Ablehnung, Verachtung, Unterdrückung.

Aus Einsamkeit wird gemeinsamer Schmerz und Heilung.

Leidenschaft, Verständnis, Inspiration, Liebe.

"Du lagt in tiefster Todesnacht.

Da nahm ein Engel deine Hand."

 

Eine surreale Inszenierung über reale Gefühle, unterstützt mit viel Musik.

Text, Idee und Bühne: Willi Schmidt. Regie: Helene Becker und Katrin Holzapfel.

Schauspiel: Nina Kiefer, Tabea Eschenbrenner, Willi Schmidt, Lasse DeVento.







Aktuelle Stücke:

Der Affenfelsen

Theaterstück mit Live-Musik

von Willi Schmidt

Uraufführung: Do. 14.6.2018, 20 Uhr, Waggonhalle Marburg.

 

Das Theaterstück von Willi Schmidt „Der Affenfelsen“ greift die Tradition der „Wirtshaus an der Lahn“-Theatertrilogie auf. Nachdem die „Wirtshaus-Stücke“ Geschichten mit historischem Hintergrund vom Ende des 19. Jahrhunderts bis 1970 auf die Bühne brachten, spielt „Der Affenfelsen“ in der Gegenwart.

Das im Volksmund „Affenfelsen“ genannte Hochhaus am Schützenpfuhl am Fuße der Adenauerbrücke in Marburg ist ein Zweckbau aus den 1970er Jahren. Auf dem Gelände des ehemaligen Wirtshauses an der Lahn entstanden Wohnungen, die in der Zeit des Erbauens hochmodern waren. Ganze Siedlungen in ähnlicher Bauweise entstanden in dieser Zeit am Rande der Stadt. Heute sind die Wohnungen in solchen Zweckbau-Siedlungen und somit auch im „Affenfelsen“ weniger begehrt.

Unterstützt durch Live-Musik – Anita Naumann, Gesang, Gangolf Seitz, Klavier – werden Geschichten von (fiktiven) Bewohnern des „Affenfelsen“ erzählt, darunter auch Migranten und Flüchtlinge. Es geht dabei um menschliche Beziehungen, Geheimnisse, Kindheitserlebnisse, Suche nach Identität – thematisch aber auch um Vorurteile, Rassismus und Gewalt. Verwoben in diese Geschichten sind die beiden Hauptfiguren Lupus und Marie, die sich auf das Dach des „Affenfelsen“ begeben, wo Marie ein traumatisches Erlebnis aus ihrer Vergangenheit offenbart. Zugleich ist ein junger Mann im Keller zugange, fanatisiert von der Idee, dass brennende Asylbewerberunterkünfte nicht genug sind…



https://youtu.be/6wsgJP3mrsM

(Der Link zum gleichnamigen Video)

Festhalten, was nicht festzuhalten ist

Ein Theaterstück mit Gedichten

- nach dem gleichnamigen Buch von Willi Schmidt

Schauspiel:  Hannah Nohr und Willi Schmidt

Theater lebt vom Augenblick. Von Momenten, die auf der Bühne entstehen, in Kommunikation treten mit dem Publikum und sich wieder verflüchtigen. Bilder, Worte, Atmosphären. Für den Moment lebendig und dann nicht mehr festzuhalten, schon fort, schon vorbei.

Solche Bilder nach dem Prinzip des Theaters sind auch die Gedichte von Willi Schmidt. Gemeinsam mit seiner Schauspiel-Kollegin Hannah Nohr hat er diese Gedichte zu einem atmosphärisch intensiven Theatererlebnis inszeniert. Gemeinsam durchleben sie in verdichteter Form Kindheitserinnerungen, Phantasien, Liebesglück, Liebesleid, nähern sich, berühren sich, trennen sich…

Das scheinbar plötzliche Dasein der Liebe und das ebenso unerklärliche Verschwinden; Momente des Glücks, die festgehalten werden wollen und doch nicht festzuhalten sind; die Melancholie und der Schmerz des Vergänglichen, sind die wesentlichen Themen der Inszenierung.

Aus den Momenten werden Bilder, festgehalten für einen Augenblick – und wieder losgelassen, geben Raum für Assoziationen - Alltagsbetrachtungen, Erinnerungen, Liebesgeschichten, Schmerz und Schönheit.

Das Buch "Festhalten was nicht festzuhalten ist" mit Gedichten ist im Schweizer Wolfbach Verlag erschienen und über die Internet-Seite "synergia.de" oder überall im Buchhandel erhältlich.

Hannah Nohr und Willi Schmidt in "Festhalten was nicht festzuhalten ist", Fotos: Gerd Sycha


Nachspielzeit

Theaterstück nach einer Kurzgeschichte von Willi Schmidt

Uraufführung: Waggonhalle Marburg, 30. 2016, 20 Uhr

Mit Janette Bosy und Willi Schmidt

 

Eine Nacht im Theater. Eine verlassene Bühne nach einer Aufführung. Zwei Arbeitskollegen. Katja, Maskenbildnerin. Lutz, Lichttechniker.

Am Abend, nach verrichteter Arbeit, ist Lutz nicht nach Hause gegangen. Wie üblich ist er zuvor als letzter durchs Haus gegangen, hat Schalter, Fenster und Türen kontrolliert, seine Tasche gepackt und den Generalschlüssel hervorgeholt. Dann ist er geblieben. Zwischen herumstehenden Scheinwerfern und Lautsprechern döst er vor sich hin.

„Im leeren, dunklen Theater riecht es wie in einer Kirche. Und es liegt so ein leises Pochen in der Luft. Ich hatte keine Lust nach Hause zu gehen. Ich wollte nichts mehr sehen. Müde bin ich schon. Aber nach Hause will ich nicht.“

 

Katja kommt zurück in das verlassene Theater, auf der Suche nach ihren Zigaretten. Sie überraschen sich gegenseitig und bleiben. Beginnen zu erzählen, von der Arbeit, ihrem Leben, ihren Träumen, lernen sich kennen über die Oberfläche hinaus.

„Es ist tatsächlich so ein Pochen im Raum. In so einem leeren Theater, wenn es rundherum schwarz abgehängt ist, kann man sich alles vorstellen. Wir könnten jetzt spazieren gehen, überall, wo wir wollen, in einem Wald in der Abenddämmerung, in den noch leeren Straßen einer aufwachenden Großstadt, an einer abgelegenen Steilküste am Meer.“

 

Katjas Traum ist es, einmal auf der Bühne zu stehen und die Rolle ihres Lebens zu spielen. Und Lutz will spüren, wie es ist, jemand anderes zu sein, jemand ganz anderes.

Und so verbringen sie die Nacht im Theater miteinander – außerhalb der Zeit, in der „Nachspielzeit“.



Im Rahmen des Kultursommer Mittelhessen:

Wilhelm und Katarina - Gasthof zur Linde

 Theaterstück von Willi Schmidt

Theatergruppe Ebsdorfergrund

Inszenierung: Mareike Dobewall, mit Anna Dassler und Willi Schmidt

 

Wilhelm ist ein verschrobener Einzelgänger. Seit Jahren lebt er zurückgezogen im ehemaligen Dorfgasthof seiner Eltern. Diese sind gestorben, den Gasthof hat er nicht weitergeführt. Eines Nachts wird er durch Geräusche geweckt und entdeckt die Streunerin Marie in seinem Hof. Ungeübt im Umgang mit Menschen fassen beide allmählich Vertrauen zueinander und beginnen aus ihrem Leben zu erzählen. In Rückblicken werden Szenen aus Wilhelms Leben gezeigt, in ihnen wird Marie zu Wilhelms Jugendliebe Katarina und der “alte” Wilhelm zum “jungen” Wilhelm.

“Wilhelm und Katarina” ist ein stiller Stück, welches die volle Aufmerksamkeit des Publikums erfordert. Wer ein unterhaltsames Theaterstück mit netten, alten Geschichten über ehemalige Dorfgasthäuser erwartet, wird seine Erwartung nicht erfüllt bekommen. Wer sich hingegen darauf einlässt, sich in die eigenwillige, verschrobene Welt von Wilhelm und Katarina mitnehmen zu lassen, wo sich manchmal Traum und Wirklichkeit mischen, bei denjenigen besteht die Möglichkeit sich tief berühren zu lassen ...



 




 

Aus "Das Wechselbalg" von Willi Schmidt, mit Corinna Kilger und Willi Schmidt (Foto: Gerd Sycha)


Neben den Theaterproduktionen bieten wir auch Seminare, Fortbildungen und theaterpädagogische Projekte an.

Näheres dazu in der nebenstehenden Übersicht „Seminare und Theaterpädagogik“.

Was immer Sie an Theater interessiert, setzen Sie sich mit uns in Verbindung.

Willi Schmidt


In Kooperation mit dem Kulturzentrum Waggonhalle Marburg und dem Grundblick Verlag
www.waggonhalle.de
www.grundblick.de