Termine




Luther, Münzer oder die Einführung der Buchhaltung, von Dieter Forte

Kooperation von Theater Waggonhalle und dem evangelischen Dekanat Wetterau

Regie: Annina Munk und Willi Schmidt

Di 16. Mai und Mi. 17. Mai, jeweils 20 Uhr

Karten: www.waggonhalle.de   oder post@grundblick.de



Offm Eschbann

Eine poetische Geschichte über Menschen vom Dorf, von Willi Schmidt

mit Marina Wagner und Willi Schmidt

Freitag, 1. September 2017, 20 Uhr, GrundTreff in Ebsdorfergrund-Wittelsberg, Hirtenwiesenstraße
Infos: post@grundblick.de

Das Stück:

Der Eschbann ist eine Straße im Dorf. Dort sitzt auf einer schlichten Holzbank der Knecht Jost. Es ist ein Sommerabend vor der Kastanienzeit. Der Jost sitzt da, schweigt, schwitzt ein wenig und ist alt an Erinnerung und Sehnsucht jenseits von Zeit. Langsam rollen Wörter aus seinem Mund. Die erzählen Geschichten. In einer Sprache, die ist derb und von plötzlicher, rätselhafter Schönheit. Als er eindöst, erscheint ihm im Traum die Lisbeth...

“Ich saß in der Küche. Die Lisbeth war noch da. Sie saß auf dem Stuhl am Küchentisch und mahlte Kaffee. Die Mühle auf ihrem Schoß, zwischen die Knie gepreßt. Die ganze Küche war voll von dem Geruch. Ich saß auf dem großen Holzkasten, in dem das Holz für den Herd war. Ich schaute aus dem Fenster. Auf den Weg, den Eschbann. Der ging zum Berg hoch. Bis zum Wald. Da ging mein Blick hin.

Schwerer Wind über dem Kartoffelacker. Den Eschbann hoch. Aufs Feld. Auf die Stikke. Da bin ich aufgewacht. Sitze beim Großvater auf unserem Ackergaul, dem grauen, starken Gaul, und sehe die Welt wie sie schwer ist, voll Furchen und Schlamm. Den Acker. Den Wald. Den Kartoffelgeruch, bitter-süß. Der Großvater schweigt. Seine feste, rauhe Hand auf meiner Schulter. Über der Stikke kann man die Welt sehen.”


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Das Theaterstück aus der dörflichen Welt der 20er Jahre:

„Das Wechselbalg“ von Willi Schmidt

Uraufführung war am 13. August 2014, 20 Uhr, Waggonhalle Marburg
Unterstützt vom Kultursommer Mittelhessen, mit Corinna Kilger und Willi Schmidt, Regie-Mitarbeit: Lea Hinrichs

Neue Aufführungen in Planung

Das Theaterstück von Willi Schmidt erzählt die Geschichte einer Magd, die aus ihrer vom dichten Wald und Armut geprägten Heimat in ein Dorf im Marburger Land kommt, wo sie als Magd Anstellung auf einem großen Hof findet.

Die Welt des Dorfes in der Region Mittelhessen in der Zeit der 1920er Jahre war nicht nur eine geschlossene Gesellschaft mit klaren sozialen Strukturen, sondern auch geprägt durch jahrhundertealte, religiöse Überlieferungen. Diese Mischform von christlicher Tradition und heidnischer Bräuche und Mythen bis hin zu Formen des Aberglaubens kennzeichneten die soziale Hierarchie und die Rolle der Frau. Die Mythen haben sich verändert, der religiös bedingte Schuldkomplex jedoch steckt tief in unseren Köpfen. Und dient bis heute der Verfestigung von Machtstrukturen.

Im Kopf der Magd sind die Furcht einflößenden Überlieferungen ihrer Kindheit, vom dunklen Wald, wo jenseits der Hütte des Köhlers finstere Mächte lauern. Ob sie selbst ein Wechselbalg ist, vom Teufel vertauscht, bevor sie getauft wurde, weil sich ihre Mutter nicht streng an die Ordnung hielt? Ist sie deshalb eigensinnig und verträumt? Ist manchmal aufsässig und gibt Widerworte? Dabei ist sie doch für den Bauern sein Eigentum, wie alles auf seinem Hof, über das er nach Belieben verfügen kann. Und das bekommt sie auf brutale Weise zu spüren.

Aber da ist auch der Knecht Hermann, ein Sonderling, bei dem sie seltsam neue Gedanken und echte Zuneigung findet. Und in dieser Welt der Gedanken ist Freiheit, da ist alles möglich ...